13.12.2014
15:25 Uhr (deutsche Zeit)
15:25 Uhr (deutsche Zeit)
Einen Teil der Anreise haben wir bereits hinter uns
gebracht, immerhin schon über 8 Stunden von insgesamt ca. 23 Stunden… Heute
Morgen um kurz nach fünf ging der Wecker, um 7:00 Uhr dann der ICE ab Essen.
Den ersten Schreck bekam ich dann, als der Zug irgendwann außerplanmäßig in
einem kleinen Bahnhof, 9 Minuten vor Köln Hbf – hielt und lt. Durchsage ein
technischer Defekt die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit verzögere. Da brachte
es auch nicht allzu viel, dass wir uns extra wegen möglicher Verspätungen für
den früheren Zug entschlossen hatten. In Gedanken raste ich schon per Taxi
Richtung Frankfurt um dann letztendlich doch den Flieger zu verpassen… Manuela
wartete in Köln auf den Zug und mich und hätte wahrscheinlich noch eine
Alternative. Nach 20 minuten ging es dann aber zum Glück weiter und der Zug
fuhr dann auch ohne weitere Probleme bis zu Flughafen. Dort war es erstaunlich
voll. Als wir – dann doch erst zwei Stunden vor Abflug – am Check-In-Schalter
angekommen waren, stand dort bereits eine ziemliche Schlange. Aber wir hatten
ja Zeit. Als wir endlich dran sind, sind bereits alle Zweier-Plätze vergeben.
Wir entscheiden uns für zwei Gang-Plätze nebeneinander (was sich aufgrund
meiner heutigen schwachen Blase als gute Entscheidung herausstellt). Für den
Flug Kuala Lumpur - Yangon können wir nicht einmal mehr zusammen sitzen. Aber
bei 2:40 h Flugzeit und der Tatsache, dass wir die nächsten 3,5 Wochen genug
Zeit zum quasseln haben, ist das auch ok.
Bei der Sicherheitskontrolle wird Manuela
dann zur Seite gewunken und wir müssen einer Dame vom Sicherheitspersonal in
einen separaten Raum folgen. Grund: Ihr Handy wird stichprobenartig auf
Sprengstoff untersucht. Das sah so aus, dass das Display mit einem speziellen
(oder auch nicht) Papier abgewischt wurde und dieses dann in einen Kasten
gehalten wurde. Auf Manuelas Nachfrage, was genau gemacht würde, bekamen wir
nur die Antwort, dass, sollte in dem Handy Sprengstoff verbaut sein, die
„Moleküle durcheinander gewirbelt werden“. Tanz
der Moleküle sozusagen. Da sich natürlich kein Sprengstoff nachweisen
lässt, dürfen wir gehen. Das Boarding beginnt dann pünktlich und um 11:30 Uhr
sitzen wir im Flieger. Um 11:45 h sind die 4 Plätze in Manuelas Fünferreihe
immer noch nicht besetzt und da es so aussieht, als ob bereits alle Fluggäste
an Bord sind und der Start für 12:00 Uhr vorgesehen ist, hegen wir die Hoffnung
auf viel Platz für uns zwei. Leider kommen kurz vor knapp dann noch drei Leute,
die genau dort Ihre Sitzplätze haben. Schade, das wäre auch zu schön gewesen!
Der Flieger selber scheint ein wenig in die Jahre gekommen zu sein. Und die
Sitzreihen haben ohne erkennbares System verschiedene Farben, so dass wir
mutmaßen, dass die Sitze aus Restbeständen zusammengwürfelt wurden. Wir hoffen
nur, dass das nicht auch für den Rest des Flugzeuges gilt… Gegen 12:15 Uhr
rollt die Maschine endlich los. Und rollt, und rollt, und rollt… Ich dachte
schon, dass wir nach Kuala Lumpur fahren,
aber dann heben wir doch noch ab. Inzwischen ist die Kabine auf gefühlte 0°C runtergekühlt und ich bin froh,
dass ich meine dünne Daunenjacke dabei habe. Das Stück Stoff, das für jeden
Fluggast auf dem Sitz bereit liegt, ist allenfalls als Tischdecke, aber nicht
wirklich als Decke zu bezeichnen. Dann geht es auch schon fast los mit dem
Bordservice. Zuerst gibt es Saft, dann Bier. Ich probiere das „Tiger“, ein
malaysisches Bier, was allerdings nicht wirklich gut schmeckt. Kurze Zeit
später gibt es dann auch schon Mittagessen. Ich entscheide mich für das Hähnchen
mit Reis und Erbsen in einer sehr würzigen Sauce. Das Fleisch sieht zwar eher
nach Lachs aus, ist aber sogar recht lecker.
Gegen 15:00 h ist es bereits dämmrig im Flieger und um 16:30
Uhr stockdunkel, alle sind bereits im Schlafmodus als hätten wir mitten in der
Nacht. Ich auch, bis ich mich dazu entschließe, ein bisschen zu schreiben.
Bisher ist die Zeit eigentlich recht gut rum gegangen und ich hoffe, dass das
auch für den Rest so weiter geht….
20:15 Uhr (d.Z.)
Ich habe gerade einen Film gesehen („Die dritte Frau“ - sehr
witzig) und nun akzeptiert, dass die Box mit einer Nussmischung, glasierten
Haselnüssen, einem Getreidekeks und noch irgendwas, was sie uns vor zwei
Stunden gegeben haben, wohl unser Abendessen ist. Nun ja, satt bin ich jetzt
trotzdem. Jetzt trinken wir ein Glas Rotwein und dann hoffe ich, dass ich die
restlichen vier Stunden noch etwas schlafen kann.
0.50 Uhr (d.Z.)
Naja, schlafen konnte ich nicht wirklich, aber ein bisschen
gedöst habe ich, bis es um 22.00 Uhr „Frühstück“ gibt. Reis mit Krabben in
scharfer Sauce, Obst und Joghurt. Ein Blick in den Spiegel bestätigt meine
Befürchtung: Ich sehe völlig zerfleddert aus, meine Haare sind derart
elektrisch geladen, dass sie mir buchstäblich zu Berge stehen. Und mein
Haargummi ist nicht zu finden. Naja, ich werde deshalb in Kuala Lumpur keinen
Kulturschock auslösen.
Um 0:00 uhr setzen wir zur Landung an, bei einem
wunderschönen Sonnenaufgang und kurz danach sind wir schon in Kuala Lumpur, wo
es 7:00 Uhr morgens und schon recht warm ist. Hier gibt es Wlan, so dass ich
tatsächlich meinen ersten Post absetzen kann.
Ich grüße alle zu Hause!