17.12.2014
Als ich früh morgens kurz wach werde, denke ich erst, es regnet
wieder, aber ein Blick aus dem Fenster sagt mir dann, dass das Geräusch von
dem recht starken Wind in dem Baum vor unserem Fenster kommt. Um 6:00 Uhr geht
der Wecker, da wir um 7:30 Uhr bereits wieder starten wollen. Allerdings dringt
die Spendenbeschallung bereits viel früher nach oben. Das Frühstück ist
übersichtlich, es gibt Toast und Ei, Marmelade oder Reis, bzw. Reisnudeln. Als
wir vor das Hotel treten, kommen uns Massen von einheimischen Pilgern entgegen,
die alle Richtung Goldener Felsen strömen, es ist viel mehr los als gestern
Nachmittag. Wir gehen zu Fuß bis zur Mittelstation der Trucks. Der Weg
schlängelt sich über eine ältere Serpentinenstraße den Berg hinab, vorbei an
einfachen Häusern der Einheimischen und kleineren Verkaufsständen. Alles ist
super schön grün und die Bewegung tut gut. Dann steigen wir für den zweiten
Teil wieder in einen Truck und in „buddhistischer Fahrweise“ geht es wieder den
Berg hinunter. Das nennt man wohl so, weil den Fahrern Leben und Tod egal sind,
da sie ja noch zigmal wiedergeboren werden. Hat man sich einmal daran gewöhnt,
vertraut man einfach darauf, dass schon nichts passiert, und dann macht es
richtig Spaß. Unten wartet bereits unser Bus auf uns und es geht wieder zurück
Richtung Yangon, zunächst durch einfache Dörfer, wo viele Häuser im
traditionellen Pfahlbau errichtet sind. Auch hier, wie schon so oft bei solchen
Reisen, frage ich mich wieder, welchen Sinn es macht, die Wäsche direkt an der
staubigen Straße zum Trocknen aufzuhängen. Ich habe
keine Antwort. Den ersten Stopp machen wir nach kurzer Zeit auf einer kleinen
privaten Kautschukplantage wo uns kurz die Herstellung demonstriert wird.
Danach halten wir am Straßenrand um Pomelos zu probieren und zu kaufen. Inzwischen
ist es schon wieder angenehm warm (geschätzte 33°C) und Wind ist auch
keiner mehr zu spüren. In Bago besichtigen wir kurz den Hanthawadi-Palast, den berühmten
Palast von König Bayinnaung (1551-1581 n. Chr.), welcher der Begründer des
zweiten Burmesischen Reichs war, das sich von der indischen Grenze bis in die
Gebiete von Thailand und Laos erstreckte. Im Jahre 1566 v.Chr. baute er eine
neue Hauptstadt an der Stelle, an der sich heute Bago befindet. Mittagessen
gibt es in einem chinesischen Restaurant in Bago. Als letzte Sehenswürdigkeit
sehen wir uns zwei liegende Buddhas in Bago an. Einer (Shwedthalyaung-Buddha)
liegt wieder in einer Halle rum, ist allerdings nicht ganz so fürchterlich wie
der von vorgestern. Die Statue ist 54,8 Meter lang und 16 Meter hoch.
Sie ist eine der größten liegenden Buddhastatuen der Welt. Sie soll im Jahre
944 n. Chr. von dem Mon-König Migadipa erbaut worden sein. Die zweite Statue
ist im Freien und viel schöner. Das witzige ist, dass hier kein Mensch außer
uns ist, wohingegen bei dem in der Halle zig Souvenierstände, Einheimische und
nervige Postkartenverkäufer rumlaufen. Die Fahrt zurück nach Yangon dauert dann
noch ca. 2 Stunden, und gegen 17:00 Uhr sind wir wieder in unserem Hotel der ersten
beiden Nächte. Da wir heute schon die „freudige“ Mitteilung bekommen haben,
dass unser Flug morgen nach Heho bereits um 7:00 Uhr geht und wir somit
spätestens um halb fünf aufstehen müssen, wird das heute wohl eher ein recht
kurzer Abend…