27.12.2014
Um 8.00 Uhr geht es heute morgen
los, so dass wir einigermaßen ausschlafen können. Wir werden mit zwei
Kleinbussen abgeholt, wofür wir schon nach kurzen sehr dankbar, da wir laut
Reisebeschreibung mit Jeeps in die Berge fahren sollten, das aber wegen dem
extremen Staub überall ganz furchtbar geworden wäre. Den ersten Stopp machen
wir auf dem Markt in Chauk, über den wir gemeinsam gehen. Das Örtchen finde ich
ganz furchtbar, dreckig, staubig, die Menschen wirken schmuddeliger als
woanders und es laufen einige bettelnde Kinder herum. Der Mrkt ist aber ganz
nett, weil es ein reiner Einheimischenmarkt ist und niemand uns was
aufschwatzen will. Der Hammer ist an einer kleinen Kreuzung, wo ein riesiges
Schwein auf einem Haufen Müll liegt und genüsslich irgendein Zeug frisst. Ein
weiteres kleineres Schwein steht auch noch dahinter. Danach ist die Fahrt
ziemlich mühselig, da wir stundenlang über eine ganz schlimme staubige
Serpentinenstraße fahren, voller Schlaglöcher und Schottersteine. An manchen
Teilen sehen wir wieder jede Menge Straßenbauarbeiter (wieder sehr viele Frauen),
die in absoluter Handarbeit (sie legen die groben Steine per Hand wie bei einem
Puzzle) die Straße asphaltieren. Allerdings werden wohl noch die Enkel und
Urenkel daran arbeiten, wenn man den Fortschritt im Vergleich zur Länge der
Straße. Naja, so eiern wir da Kurve um Kurve weiter, und ich hoffe die ganze
Zeit, uns möge kein größeres Gefährt entgegen kommen, denn es geht ziemlich
steil ab. Die Landschaft wird allerdings immer schöner, um so bergiger es wird,
grün bewaldete Bergrücken in alle Richtungen, super schön! Irgendwann kommen
wir in eine Talsenke, wo alles mögliche angebaut wird, und dieses Bild der
kleinen bunten Felder vor den grünen Bergen ist einfach herrlich! Am späten
Mittag fahren wir durch ein Dorf, laut So gar nicht mehr so weit weg von
unserer Unterkunft. Wir fahren an einem Restaurant vorbei, wo draußen am
staubigen Straßenrand einer in etwa fünf Spülbecken Geschirr spült. Renate
meint gerade, dass sie hier nichts essen wollen würde, da das Spülwasser eine
ziemliche Brühe ist, da fahren unsere Autos an den Straßenrand und parken. Hier
wird unser heutiges Mittagessen eingenommen. Zugegebenermaßen bin ich anfangs
echt schockiert, dass wir hier essen sollen, wegen dem Spüler, wegen der Küche
und dem Gedanken an die nicht vorhandenen hygienischen Verhältnisse. Innen ist
es spartanisch-einfach, es gibt nur eine kalte Cola, der Rest kommt aus dem
Schrank. Das Essen ist wieder burmesisch, mit vielen Kleinigkeiten, die auf den
Tisch gestellt werden, Hähnchen, Hirsch und Rind, Gemüse, Linsen, scharfe Soße
und wirklich schmackhaft und lecker! Dann sind es angeblich „nur noch“ 20
Kilometer bis zu unserem Ziel. Dafür brauchen wir aber noch weiter
1,5 Stunden, die wir uns mehr und mehr den Berg hochschrauben. Wir kommen durch
winzige Dörfer, und es ist teilweise so dermaßen staubig, dass die Leute nur
mit der Hand vor dem Gesicht rumlaufen. Und dann sind wir angekommen, auf unserer
Ecco-Lodge (Mountain Oasis Resort I) auf 1800 m. Drei Tage ohne Komfort, das war
uns klar (trotzdem hatte ich die klitzekleine Hoffnung, dass auch hier bereits
das Internet Einzug gehalten hat), schließlich haben wir das so gebucht. Die
Realität sieht dann aber gar nicht mehr so toll aus. Die äußerst spartanisch
eingerichteten Hütten bestehen aus einem kleinen Raum mit zwei Betten, die
bretthart sind. Das Bad ist irgendwie halboffen, kalt, und oll. Grundsätzlich
gibt es nur abends von 18.00 Uhr bis 22.00 Uhr Strom, und von 17.30 Uhr an eine
Stunde lang heißes Wasser zum Duschen. Back to the Roots. Wir beziehen unsere
Hütte, richten uns notdürftig ein, bis wir feststellen müssen, dass unsere
Klospülung nicht funktioniert. Wir melden das, und zwei Leute kommen zur
Reparatur, allerdings ohne erkennbaren Erfolg, so dass wir nach einem anderen
Zimmer fragen. Das bekommen wir auch, die Klospülung funktioniert auch.
Allerdings müssen wir dann feststellen, dass das Licht im Bad und unsere
Taschenlampe im Zimmer (hier ja dringend erforderlich) nicht funktionieren.
Beides wird ausgetauscht. Andere in der Gruppe haben ähnliche Probleme, und so
ist der Start in dieser Unterkunft nicht sonderlich erquickend Inzwischen ist
es auch schon ziemlich kalt. Nach und nach finden wir uns im Gemeinschaftsraum
ein, der durch einen Holzfeuerofen gewärmt wird und das Essen, das auch wieder
aus verschiedenen kleinen Gerichten besteht ist sehr lecker. Aber auch hier, wo
eigentlich nur der Aufenthaltsraum gewärmt ist, bleibt die Gruppe nicht ewig
zusammen sitzen, gegen 21.00 Uhr sind wieder alle in ihren Hütten verschwunden.
Dort ist es eisig kalt und wir bereiten uns auf eine sehr kalte Nacht vor.
Unser Schlafgewand hatten wir vorher schon angezogen, damit wir uns nicht mehr
ganz ausziehen müssen. Insgesamt liege ich dann auf einer Wolldecke, die ich
unter mir ausgebreitet habe, in meinem Inlay und zwei Steppdecken obenauf, ich
habe außer einem Langarmshirt auch noch meine dünne Daunenjacke an. Um 22.00
Uhr wird der Strom abgestellt, aber da sind wir eh schon bereit zu schlafen….
28.12.2014
Die Nacht ist nicht so schlimm wie
befürchtet. Irgendwann ist mir sogar so warm, dass ich meine Daunenjacke
ausziehen kann. Gegen 6.00 Uhr sind wir beide wach und da wir keine Lust mehr
haben rumzuliegen, stehen wir schon auf. Ich wasche mir das Gesicht mit eisigem
Wasser - heute muss Katzenwäsche
genügen! Es ist noch dunkel, Strom gibt es ja keinen. Um halb sieben sind wir
draußen auf der Aussichtsplattform und bestaunen den Sonnenaufgang. Sehr schön!
Und heute morgen wirkt das ganze hier auch irgendwie total idyllisch. Trotzdem
bin ich froh, eine Nacht bereits hinter mir zu haben, jetzt müssen wir nur noch
zwei hinter uns bringen! Ich muss doch zugeben, dass ich in dieser Hinsicht ein
kleines Luxusweibchen bin und so etwas nicht unbedingt nochmal buchen würde.
Ich brauche Strom und warmes Wasser, wann ich es haben möchte! Das Frühstück
besteht aus süßem Toast, noch süßerer Marmelade und einem Spiegelei. Nun ja,
man ist halt gesättigt. Dann, um 8.00 Uhr geht es heute los, mit den Bussen
fahren wir die Serpentinenstraße, weiter hoch; Staub ohne Ende! Und wieder
treffen wir auf Bauarbeiter, die jetzt teilweise schon wieder fleißig sind,
manche sitzen aber auch beim Frühstück an einem kleinen Feuer vor ihren
armseligen Behausungen, die aus Zelten aus LKW-Plane bestehen, schlafen tun die
offenbar auf dem Boden, alles sind barfuß in FlipFlops oder Sandalen (wir haben
im Auto mit Socken und Schuhe kalte Füße!). Und diese Leute leben tagein tagaus
in diesem Staub, wochen- oder vielleicht sogar monatelang!! Entsprechend
traurig oder besser resigniert schauen diese Menschen auch drein. Es ist
unfassbar, sich solch ein Leben vorzustellen ist uns nicht möglich! In diesem
Moment kommt uns unsere einfache Behausung wie eine Luxusherberge vor und wir
nehmen uns vor, über nichts mehr zu meckern. Wir fahren immer weiter hoch, bis
wir irgendwann bereits oberhalb der Wolken sind und noch höher. Die Aussicht
ist gigantisch, wunderschön! Und das beste: es ist weit und breit keine Pagode
und kein Kloster zu sehen. Wir sind hier im Natma-Gebrige (übersetzt:
Göttinnen-Gebirge) und bei der Vegetation handelt es sich um tropischen
Monsunwald. Alles grün, zig verschiedene Baumarten, die teilweise von Flechten
bewachsen sind. Der Startpunkt für unsere Wanderung liegt bei 2100 Metern und
das heutige Ziel ist der Mount Viktoria mit etwa 3050 Metern. Die Wanderung ist
sehr schön, immer wieder mit super schönen Ausblicken. Aber es ist megastaubig!
Insgesamt sind wir etwa 4 Stunden unterwegs, hin und zurück. Am Parkplatz
bekommen wir lauwarme gebratene Nudeln (zumindest die die welche bestellt
hatten – ich zum Glück!) und dann geht es die gleiche Stecke mit den Autos
zurück, dann aber am Resort vorbei, weil wir noch ein Chin-Dorf besuchen. Als
wir dort aussteigen, stehen wir erstmal dumm rum, fotografieren die zig Kinder,
die dort rumsitzen oder auf dem Platz so was wie Volleyball spielen. Dann gehen
wir zu einem Haus, wo eine alte Frau (85 Jahre), die noch die alte
Gesichts-Tättovierung der Chin-Frauen trägt, sich für uns draußen zum
Fotografieren in Pose setzt. Danach erzählt So ein paar Dinge über den
Chin-Staat und deren Bewohner und Bräuche, was wieder einmal sehr anstrengend
ist, da sein Deutsch für solche Erläuterungen zu wünschen übrig lässt. Dann
laufen wir noch zu einem weiteren Chin-Dorf, wo außer drei kleinen Kindern
niemand zu sehen war, und den Sinn, sich zwei Dörfer anzuschauen, habe ich sowieso
nicht begriffen. Ich vermute, man muss hier einfach irgendwie die Zeit
überbrücken, da man Nachmittag noch so viel davon hat und in der Unterkunft hat
man ja Null Möglichkeiten für irgendwas. Gegen 16.45 Uhr sind wir dann aber
zurück, eine halbe Stunde später gibt es warmes Wasser. Zum Glück hatte ich eh
beschlossen, die Haare nicht zu waschen, denn das Wasser kommt nur aus dem
Hahn, die Handbrause ist kaputt. Das Essen ist noch besser als am Abend zuvor
und diesmal spielen wir sogar mal eine Runde UNO. Leider ist aber um neun
Feierabend, so dass wir auch heute wieder alle früh in den Betten liegen.
29.12.2014
Die Nacht ist noch weniger schlimm
an die letzte, denn unter den ganzen Decken ist es angenehm warm, und wenn man
den Mottenkugelgeruch der Decken nicht allzu sehr aufsaugt, kann man eigentlich
ganz gut schlafen. Ich schlafe dennoch unruhig, und gegen 5.00 Uhr ist die
Nacht rum für mich. Manuela geht es aber genauso, und so machen wir uns recht
früh schon wieder gemütlich fertig, packen die Taschen und schauen uns wieder
den Sonnenaufgang an. Nach dem Frühstück ist um 8.00 Uhr Abfahrt. Als erstes
machen wir an einer „Tankstelle“ Halt. Getankt wird hier folgendermaßen: Man
hält einen großen Trichter in den Tank, darüber ein großes Sieb als Filter, und
dann wird der Sprit per Kanne oder Kanister eingefüllt. Unglaublich! Wir fahren
zunächst wieder runter, um auf der anderen Seite den Berg wieder hinauf zu
fahren. Die Landschaft ist wieder traumhaft, wir fahren an Reisfeldern vorbei,
die von Bauern mit Ochsenkarren bestellt werden. Idylle pur!. Es ist wieder
eine sehr lange Fahrt, die vor allem wegen der schlechten Straßenverhältnisse
und zahllosen Baustellen noch länger wird, die uns entweder zwingen, sehr
langsam zu fahren oder abenteuerliche Umwege zu nehmen. Diese führe uns einmal
durch ein Flussbett, wo der Wasserstand derzeit zu Glück nicht sonderlich hoch
ist. Trotzdem müssen die Fahrer erstmal den besten Weg checken, während wir die
anderen Verkehrsteilnehmer (vor allem Mopeds, aber auch vollbeladene Lkw und
einen Mann mit zwei Ochsen) beobachten und fotografisch festhalten. Dann müssen
wir tiefe Senken durchfahren oder über einen Acker ausweichen. Irgendwann gegen
13.00 Uhr sind wir dann endlich an unserer heutigen Unterkunft (Oasis Resort
II) angekommen. Diese wirkt etwas neuer als unsere letzte, die Zimmer sind
wesentlich geräumiger und heller. Erstmal haben wir aber nur Zeit für einen
Toilettengang, denn es geht sofort weiter zum Mittagessen nach Mindat. Auch das
ist wieder sehr gut, es gibt allerlei typische Kleinigkeiten. Danach fahren wir
mit den Bussen noch weiter hinauf, bis wir an irgendeiner kleinen Nebenstraße
aussteigen und von dort zu einem kleinen Chin-Dorf laufen. Das Problem ist, wie
gestern, auch hier, dass wir (oder zumindest ein Teil von uns) sich nicht ganz
wohl fühlt bei diesem Besuch, da es doch etwas so wirkt wie ein Zoobesuch. Vor
jeder Hütte, wo sich ein paar Kinder ansammeln, wird geknipst bis der Arzt
kommt, weil die ja alle so süß aussehen. Einige signalisieren ganz deutlich,
dass sie nicht fotografiert werden wollen, aber das schreckt die
Hardcore-Fotografen nicht ab, weiter zu machen. Andere haben aber scheinbar
Spaß daran, und dann macht es auch Spaß, sie zu fotografieren. Wir latschen
also durch das Dorf, werden entweder misstrauisch oder neugierig beäugt und
werden dann zu einer Familie eines Jägers geführt, die ganz freundlich und
aufgeschlossen und gegenüber sind. Hier machen wir einige tolle Fotos. In
diesem Dorf fällt auch wieder auf, dass hier besonders viele Kinder und kaum
Erwachsene zu sehen sind. So erklärt, wie wir bereits vermutet hatten, dass die
Erwachsenen alle arbeiten sind, vorwiegend im Straßenbau. Ein kleines, etwa
sechsjähriges Mädchen schleppt die ganze Zeit einen kleinen Jungen in einem
umgebundenen Tuch durch die Gegend (ein Bild, das wir heute ganz häufig gesehen
haben). Es wird Kaffee angebaut und geröstet (zum Eigenverbrauch), Reisschnaps
gebrannt, das Viehzeug (Schweine, Hühner, Hunde) rennt überall herum. Es ist
echt wir vor 100 Jahren oder so. Es fällt mir schwer, zu beschreiben, wie die
Leute leben, egal, was ich schreibe, es wird die Realität nicht wiedergeben
können. Irgendwann wandern wir wieder zurück zu den Bussen, es wird noch einmal getankt, Dann fahren wir
noch bei einer Nasenflöterin vorbei. Diese spielt eine große Flöte tatsächlich
mit der Nase, was wahrscheinlich etwas besonderes ist, für mich persönlich aber
kein Highlight. Allerdings ist die alte Frau an sich sehr interessant. Auch sie
ist im Gesicht tätowiert, was aufgrund ihrer unzähligen Falten gar nicht so auf
den ersten Blick auffällt, aber ihr zahnloses Lachen ist herzlich und
ansteckend. Und sie hat riesige Ohrlöcher, in denen riesige bunte Dinger
stecken, die die Form von Jojos haben. Danach fahren wir dann zu unserer
Unterkunft, und da der Weg heute wieder sehr staubig war, freuen wir uns schon
sehr auf die Dusche. Das Problem ist nur, es gibt keine! Aber es gibt eine
halbe Stunde warmes Wasser und eine große und kleine Schüssel der Duschecke im
Bad, wo man sich dann halt selber das Wasser über den Kopf kippen muss. Wie
früher bei Omma J! Und es funktioniert. Das Zimmer
ist außerdem bei weitem nicht so kalt wie das letzte, und auch im
Gemeinschaftsraum beim Abendessen ist es trotz fehlendem Ofen, angenehm warm.
Wie das Bier. Als Manuela und ich die (sehr jungen) Kellner fragen, ob es
möglich wäre, das Bier irgendwie draußen zu kühlen (in der letzten Unterkunft
haben die es in einen Eimer kaltes Wasser gestellt), lächeln die ganz höflich
und nach mehrmaligen Wiederholen der Frage haben sie uns dann auch verstanden.
Die Antwort war, ganz nett und ehrlich gemeint: „Tomorrow morning it’s cold.“
Ja, super J! Das Essen ist gut und wieder
reichlich, aber die Umgebung lädt auch wieder nicht zum lange Bleiben ein, so
dass wir gegen 21.00 Uhr im Zimmer sind. Das hat immer noch eine angenehme
Temperatur, vielleicht brauchen wir die zusätzliche Decke, die wir uns direkt
bei Ankunft organisiert haben, heute Nacht ja gar nicht. Und morgen sind wir
wieder in der Zivilisation (Strom gibt es hier nämlich auch nur von 18 Uhr bis
22 Uhr, und morgens eine Stunde oder so)! Juchu!
30.12.2014
Heute geht es nach einem weiteren
spärlichen Frühstück wieder los, erst über eine staubige Schlaglochpiste, dann
wird die Straße besser und die Fahrer geben Gas. Die Strecke ist kurvig und
holprig und es macht überhaupt keinen Spaß mehr, da kann auch die schöne Landschaft
nichts mehr dran rütteln. Das einzig gute an dieser Fahrt ist, dass sie uns
wieder in die Zivilisation bringt! Dort (in Bagan) sind wir am frühen
Nachmittag und wir freuen uns auf eine ausgiebige Dusche mit fließend warmem
Wasser! Herrlich! Nach drei Tagen abseits von allem weiß man solche
Annehmlichkeiten wirklich zu schätzen!
* Tätowierte Chin-Frauen: Die
Frauen der Chin
im Westen von Myanmar (Burma) verzieren traditionell ihre Gesichter mit
Tätowierungen. Diese kunstfertigen, schmuckvollen Zeichnungen sind sehr
individuell gestaltet und unterstreichen wie sonst nirgends auf der Welt die
Gesichtszüge. Die Frauen nahmen diese schmerzvolle Prozedur für die eigene
Schönheit seit Jahrhunderten auf sich, in einer modernen Welt ist dieser Brauch
jedoch vom Aussterben bedroht. Diesen Brauch gibt es schon seit einem
Jahrtausend. Die burmesischen Männer fanden die Frauen der Chin so hübsch, dass
sie sie als Sklavinnen
mitnahmen. Aus Angst begannen die Frauen, ihre Gesichter zu
tätowieren, um für die Burmesen nicht mehr so attraktiv zu sein. Sie kleiden
sich schwarz mit dunkelroten Streifen und tragen trommelförmige Ohrringe aus
Silber. Die Männer sind nicht tätowiert, binden sich aber ein Tuch um den Kopf,
in das sie oft noch Federn stecken. Sie tragen ein kurzes Tuch um die Lende und
ein Hemd mit einer Decke. Ihre Brust wird von gekreuzten, bestickten Bändern
verziert. Oft tragen sie einen Nikotinwasserbehälter bei sich. Man sagt den
Chin nach, dass sie gerne
Alkohol trinken. Zudem sind sie dafür bekannt, Flöten mit der
Nase zu blasen.
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