Sonntag, 21. Dezember 2014

10000 Buddhas


20.12.2014
Die Nacht war dank einer zusätzlichen Wolldecke und meines Inlays erträglich. Auch heute starten wir erst um 9.00 Uhr. Das Boot, auf dem heute Wolldecken bereit liegen (hat es sich bereits rumgesprochen, dass wir so Frostbeulen sind?) bringt uns wieder zu dem Anleger von vorgestern. Hier steigen wir in den Bus und machen uns auf den Weg nach Pindaya. Kurz halten wir noch an einem hölzernen Kloster, wo einige junge Mönche leben, dann führt uns der Weg durch eine wunderschöne lebendige Landschaft und einige Ortschaften, die bei weitem nicht alles aus Bambushütten bestehen, sondern man sieht einige gemauerte Häuser. So erklärt, dass hier alles mögliche angebaut wird, Getreide, Kartoffeln, Mais, verschiedene Kohlsorten, Ingwer, Raps, etc. Auch hier sieht man überall Menschen, beim Straßenbau, der Feldarbeit oder beim Waschen. An einem Tümpel sitzen zig Frauen, die heute scheinbar Waschtag haben. Hier wird ein Fotostopp eingelegt und wie eine Horde Voyeure halten wir die Kameras auf diese Menschen. Die meisten von uns aus der Ferne, und als ich sehe, dass nicht nur die Wäsche gewaschen wird, sondern komplette Körperpflege betrieben wird, lasse ich das fotografieren ganz sein. Es gibt aber tatsächlich Leute, die das offensichtlich kein bisschen stört, und so steht ein Mann aus unserer Gruppe inmitten sich waschender Frauen und hält die Kamera aus einem halben Meter Entfernung drauf! Das ist ein Moment des extremen Fremdschämens. Ich finde schon, dass man diesen Menschen, auch wenn auf uns alles sehr fremdartig wirkt, ein bisschen Würde und Privatsphäre zugestehen sollte. Gegen 12.30 Uhr erreichen wir das Städtchen Pindaya, unser heutiges Ziel. Zuerst decken wir uns in einem Laden mit grünem Tee ein, dann gehen wir in einem sehr schönen Restaurant (Green Tea Restaurant – wie passend) Mittagessen. Zur Pindayya-Höhle, die anschließend auf dem Programm steht, gehen wir auf Wunsch zu Fuß. Diese Höhle ist inzwischen mit mehr als 10.000 großen und kleinen Buddha-Figuren bestückt, die meisten golden, es gibt aber auch welche aus Marmor. Die Höhle ist ein wichtiger Wallfahrtsort für Buddhisten, und tatsächlich sehen wir auch einige Mönche, die dort durch die Gänge schreiten. Ein Buddha reiht sich an den anderen und in den Höhlen und Gängen wirkt was ganze schon sehr beeindruckend.
Nach der Höhle schauen wir uns noch an, wie die Shan-Schirme (Schirme aus selbst hergestelltem Papier) gefertigt werden. Dann geht es ins Hotel („Conqueror“). Das Zimmer ist riesig und nicht so kalt wie befürchtet (So hatte gemeint, dass es hier noch kälter würde, da Pindaya auf 1200 m liegt. Ich gehe direkt unter die Dusche, überlege noch, ob ich die Haare mit oder ohne Spülung wasche, als ich plötzlich kein Wasser mehr habe. Da es im Badezimmer eiskalt ist, muss ich das Shampoo mit den beiden bereitstehenden Wasserflaschen ausspülen. Nun ja, das passiert hier nun mal. Zum Abendessen laufen wir gemeinsam zu dem Restaurant, wo wir mittags schon waren. Die Bedienung ist eingepackt in Schal und Mütze, inzwischen ist es schon wieder recht kalt  Als wir gegen 21.00 Uhr  wieder am Hotel ankommen, bin ich komplett durchgefroren. Aber die anderen hatten uns bereits erzählt, dass deren Betten ausgestattet sind mit Heizdecken. Und tatsächlich, auch in unseren Betten befinden sich welche!!! Ein herrlicher Luxus. Ich glaube, ich hätte nicht schlafen können, aber nachdem ich das Bett auf Stufe 2 vorgeheizt hatte, schlafe ich in einem angenehm temperierten Bett ein ohne zu frieren.





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