20.12.2014
Die Nacht war dank
einer zusätzlichen Wolldecke und meines Inlays erträglich. Auch heute starten
wir erst um 9.00 Uhr. Das Boot, auf dem heute Wolldecken bereit liegen (hat es
sich bereits rumgesprochen, dass wir so Frostbeulen sind?) bringt uns wieder zu
dem Anleger von vorgestern. Hier steigen wir in den Bus und machen uns auf den
Weg nach Pindaya. Kurz halten wir noch an einem hölzernen Kloster, wo einige
junge Mönche leben, dann führt uns der Weg durch eine wunderschöne lebendige
Landschaft und einige Ortschaften, die bei weitem nicht alles aus Bambushütten
bestehen, sondern man sieht einige gemauerte Häuser. So erklärt, dass hier
alles mögliche angebaut wird, Getreide, Kartoffeln, Mais, verschiedene
Kohlsorten, Ingwer, Raps, etc. Auch hier sieht man überall Menschen, beim
Straßenbau, der Feldarbeit oder beim Waschen. An einem Tümpel sitzen zig
Frauen, die heute scheinbar Waschtag haben. Hier wird ein Fotostopp eingelegt
und wie eine Horde Voyeure halten wir die Kameras auf diese Menschen. Die
meisten von uns aus der Ferne, und als ich sehe, dass nicht nur die Wäsche
gewaschen wird, sondern komplette Körperpflege betrieben wird, lasse ich das
fotografieren ganz sein. Es gibt aber tatsächlich Leute, die das offensichtlich
kein bisschen stört, und so steht ein Mann aus unserer Gruppe inmitten sich
waschender Frauen und hält die Kamera aus einem halben Meter Entfernung drauf!
Das ist ein Moment des extremen Fremdschämens. Ich finde schon, dass man diesen
Menschen, auch wenn auf uns alles sehr fremdartig wirkt, ein bisschen Würde und
Privatsphäre zugestehen sollte. Gegen 12.30 Uhr erreichen wir das Städtchen
Pindaya, unser heutiges Ziel. Zuerst decken wir uns in einem Laden mit grünem
Tee ein, dann gehen wir in einem sehr schönen Restaurant (Green Tea Restaurant
– wie passend) Mittagessen. Zur Pindayya-Höhle, die anschließend auf dem
Programm steht, gehen wir auf Wunsch zu Fuß. Diese Höhle ist inzwischen mit
mehr als 10.000 großen und kleinen Buddha-Figuren bestückt, die meisten golden,
es gibt aber auch welche aus Marmor. Die Höhle ist ein wichtiger Wallfahrtsort
für Buddhisten, und tatsächlich sehen wir auch einige Mönche, die dort durch
die Gänge schreiten. Ein Buddha reiht sich an den anderen und in den Höhlen und
Gängen wirkt was ganze schon sehr beeindruckend.
Nach der Höhle schauen
wir uns noch an, wie die Shan-Schirme (Schirme aus selbst hergestelltem Papier)
gefertigt werden. Dann geht es ins Hotel („Conqueror“). Das Zimmer ist riesig
und nicht so kalt wie befürchtet (So hatte gemeint, dass es hier noch kälter
würde, da Pindaya auf 1200 m liegt. Ich gehe
direkt unter die Dusche, überlege noch, ob ich die Haare mit oder ohne Spülung
wasche, als ich plötzlich kein Wasser mehr habe. Da es im Badezimmer eiskalt
ist, muss ich das Shampoo mit den beiden bereitstehenden Wasserflaschen
ausspülen. Nun ja, das passiert hier nun mal. Zum Abendessen laufen wir
gemeinsam zu dem Restaurant, wo wir mittags schon waren. Die Bedienung ist
eingepackt in Schal und Mütze, inzwischen ist es schon wieder recht kalt Als wir gegen 21.00 Uhr wieder am Hotel ankommen, bin ich komplett
durchgefroren. Aber die anderen hatten uns bereits erzählt, dass deren Betten
ausgestattet sind mit Heizdecken. Und tatsächlich, auch in unseren Betten
befinden sich welche!!! Ein herrlicher Luxus. Ich glaube, ich hätte nicht
schlafen können, aber nachdem ich das Bett auf Stufe 2 vorgeheizt hatte,
schlafe ich in einem angenehm temperierten Bett ein ohne zu frieren.
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