23.12.2014
Heute starten wir um 8.30 Uhr. Das erste Ziel
ist das Amarapura, wo wir uns im Mahagandayon-Kloster die „Mönchsfütterung“
anschauen. Das Kloster ist nämlich vor allem durch die über 1000 Mönche bekannt,
welche täglich in den frühen Morgenstunden zwischen 6.00 bis 10.00 Uhr
Lebensmittel mit ihren Essensschalen in Mandalay und Umgebung einsammeln.
Hieraus wird eine Mahlzeit zubereitet, die
vorwiegend aus Reis, Fleisch, Gemüse und Obst besteht. Um 10.15 Uhr
morgens marschieren die über 1000 Mönche in Reih und Glied an den riesigen
Kochtöpfen vorbei, wo ihnen die Essensrationen zugeteilt werden. Danach
begeben sie sich in die großen Speisehallen um ihr Mittagessen einzunehmen.
Dieses Mittagessen der Mönche ist inzwischen zu einer Touristenattraktion
geworden, so finden sich täglich auch einige hundert Touristen zu dieser Zeit
beim Kloster ein. Wir kommen uns ein wenig vor wie im Zoo, wenn alle auf die
Raubtierfütterung warten. Aber natürlich schiessen auch wir unsere Fotos.
Danach fahren wir zur U Bein-Brücke. Darauf hatte ich mich schon gefreut,
tatsächlich ist sie für mich dann eher unspektakulär. Und am schönsten soll sie
sowieso zum Sonnenuntergang sein, wovon wir leider nichts haben. Auch hier
spürt man schon sehr deutlich den voranschreitenden Tourismus. Die Händler
wirken nicht mehr so freundlich und tatsächlich versuchen sie hier bereits,
ihren Profit zu schlagen, indem sie einfach mal 50% auf den Preis aufschlagen. Als
ich den Typ drauf anspreche, bekomme ich die Cola billiger. Die U Bein-Brücke
selbst ist ein Fußgängerübergang, der den Taungthaman-See quert. Die 1,2 Kilometer lange Brücke wurde um 1850 erbaut und
gilt als älteste und längste Teakholz-Brücke der Welt. Den Namen hat die Brücke
von Bürgermeister U Bein, der ihren
Bau in Auftrag gab. Die Brücke ist auch in der heutigen Zeit eine wichtige
Verbindung für die lokale Bevölkerung. Zum Bau der Brücke wurde Holz aus dem
ehemaligen Königspalast in Inwa verwendet. Über 1.086 Pfähle wurden in den
Seegrund gerammt; einige wurden inzwischen durch Betonpfeiler ersetzt. Weiter
geht es zu dem Ort Sagain, erst mit dem Bus, dann steigen wir um in einen
Pickup, der uns auf den Sagain-Hill bringt, wo wir uns wieder mal eine Pagode
anschauen. Das schöne daran ist die Aussicht in alle Himmelsrichtungen. Auf dem
Weg hinunter besuchen wir noch kurz ein Nonnenkloster und dann geht es zum
Mittagessen. Wieder fahren wir an extrem ärmlichen Häusern vorbei, die
teilweise noch viel schlimmer aussehen, als die in der Gegend, wo wir gestern
mit dem Fahrrad durch sind. Allerdings wirkt hier auch alles noch viel
schlimmer, weil die Häuser, bzw. Hütten, direkt an der extrem staubigen Straße
stehen und alles mit einer dicken Staubschicht belegt ist. Ganz furchtbar. Ich
denke gerade, wie schlimm es ist, ständig in diesem Staub leben zu müssen, da
hält der Bus, weil wir das „Restaurant“ erreicht haben, welches ebenfalls
direkt an dieser staubigen Straße liegt. Zum Glück bekommen wir drin einen
Tisch. Heute „dürfen“ wir das erste Mal
eine richtige burmesische Mahlzeit essen. So hatte vorher gemeint, wir müssten
uns erstmal langsam an die Küche hier gewöhnen, bevor wir das essen. Dieses
Essen bestand aus zig kleinen Speisen, wie z.B. Salat, Hirschgulasch,
Sojadedöns, Kürbismus, Bohnen, Linsen,
zig anderen Dingen, einer Schale mit Innereien und ohne Ende Reis. Es war okay,
aber wir waren uns auch alle einig, dass es kein Highlight und das Essen
gestern viel leckerer war. Das ganze gab es aber für umgerechnet 1,80 €! Nach
dem Essen, inzwischen ist es bereits 14.30 Uhr, fahren wir wieder zurück nach
Mandalay. Da geht das Programm eigentlich weiter. Auf dem Programm steht eine
zweistündige Bootsfahrt nach Mingun, dort Besichtigung der Sehenswürdigkeiten
und wieder zurück. Manuela und ich entscheiden uns dafür, zum Hotel zu gehen
(ist nur ca. 500 Meter von der Anlegestelle
entfernt) und dort ein bisschen auf der Dachterrasse zu entspannen. Sightseeing
reicht für heute. Es ist so krass, wenn man vor dort runterschaut
Richtung Ayarwaddy-Fluss und dort direkt gegenüber des Hotels das absolute
Elend der Leute sieht. Uns geht es verdammt gut!
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