Mittwoch, 24. Dezember 2014

Bootstag auf dem Ayerwaddy


24.12.2014
Heiligabend! Frohe Weihnachten!
Wir müssen heute schon wieder um 4.20 Uhr aufstehen, weil der Bus uns um 6.00 Uhr abholt und uns zum Fähranleger bringt, von wo aus wir mit einem Boot nach Bagan fahren. Wir sichern uns Stühle auf dem oberen Deck, die halb überdacht sind, damit wir nachher schön in der Sonne entspannen können. Allerdings ist es erstmal bitter kalt, und so sitze ich eingmuckelt in meine Daunenjacke da rum, die Füße (ich habe ja nur FlipFlops an) eingewickelt in ein Handtuch und friere trotzdem. Irgendwann wird es aber warm, und dann auch richtig. Ich knalle mich zwischendurch in die Sonne, muss dann aber auch wieder in den Schatten flüchten, so heiß ist es. Der Gedanke, dass heute Heiligabend ist, ist völlig abwegig! Anfangs genieße ich den Umstand, heute mal einfach gar nichts zu machen, kein Tempel, keine Pagode, einfach nur faul rumzuhängen. Irgendwann wird es allerdings doch ein wenig langweilig, und so recht weiß ich nicht mehr, wie ich sitzen soll. Den ganzen Tag mit den anderen quatschen habe ich auch keinen Nerv drauf, da die Gruppe zwar nett ist, aber ich heute langsam merke, dass es mir zu viel wird, und der Gruppenkoller langsam auf mich zukommt. So lese ich in meinem Reiseführer, bis ich auch dazu keine Lust mehr habe. Eigentlich hatte So gemeint, dass wir 9 Stunden brauchen, den Ayerwaddy runterzutuckern bis nach Bagan. Das sind zwar nur knapp 280 km, aber durch den niedrigen Wasserstand muss das Boot quasi Zickzack fahren, um die Sandbänke herum. Tatsächlich sind es dann aber11 Stunden und die letzten Stunden sind einfach nur nervig. Der Fluss, bzw. dessen Ufer ist auch total langweilig, und die beiden einzigen Highlights sind die „Bananenfrauen“ (Frauen, die vom Ufer, bzw. bis zur Hüfte im Wasser stehend, Bananen anpreisen, diese an Bord werfen und dafür wird ihnen das Geld ins Wasser geworfen) und der wirklich schöne Sonnenuntergang kurz bevor wir Bagan erreichen. Als wir in Bagan an Land gehen werden wir erstmal wieder von zig Leuten belagert, die vor allem Bücher über Myanmar verkaufen wollen. Das nervt, vor allem weil sie auf ein „No, thank you“ einfach nicht reagieren und einen ziemlich penetrant bis zum Bus „verfolgen“ und selbst da noch an der Scheibe kleben. Endlich fährt der Bus los und bringt uns auf direktem Weg ins Hotel („Kaytumadi Dynasty“). Ein sehr schönes Hotel, mit ganz hübschen, sehr neu wirkenden Bungalows. Allerdings erschließt sich mir nicht, warum wir am Arsch der Welt untergebracht sind, sowohl weit weg von den Tempelfeldern, als auch von der „Stadt“ (30 Minuten „Gehweit“, wie So meinte – meint aber Gehzeit). Als wir ankommen, ist es bereits kurz vor 19.00 Uhr. Wir checken kurz ein, und verabreden uns schon für 19.30 Uhr zum Abendessen. Da wir noch ein bisschen Wäschen machen, sind wir nicht ganz pünktlich zu unserem „Weihnachtsessen“. Ist aber auch nicht weiter tragisch, da zum Glück keiner ernsthaft Weihnachten feiern will, und so im Grunde alles ist wie sonst. Außer, dass Rainer – der tatsächlich ein bisschen ausschaut wie der Weihnachtsmann – dann eine Mini-Bescherung inszeniert und jedem eine Kleinigkeit schenkt (Manuela und mir zum Beispiel ein Goldplättchen, wie das, was hier alle auf die Buddhas kleben). Eine süße Idee, aber das wars dann auch mit Weihnachten. Um halb zehn gehen alle in ihre Bungalows.




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