14.12.2014
Die Zeitverschiebung in Myanmar beträgt übrigens 5,5 Stunden
nach vorne. Die haben irgendwie ihre eigene Zeitzone, genauso wie sie 8
Wochentage haben. Der Mittwoch wird nämlich in Vormittag und Nachmittag
unterteilt.
Um 12:30 Uhr Ortszeit sitzen wir mit unserer Gruppe in Yangon
in einem altertümlichen Bus mit knallroten Sitzen mit Rosendruck und einer
„Kristalllampe“ an der Decke. Wir wussten ja bereits, dass wir nur eine kleine
Gruppe von 8 Personen sind, nun stellt sich heraus, dass es sich bei den
anderen sechs um zwei Paare und ume jeweils eine alleinreisende Frau und Mann handelt, geschätzt zwischen Ende vierzig und Ende
sechzig. Nun ja, mal schauen. Unser Reiseleiter „So“ (den burmanesichen Namen
kann ich nicht wiedergeben) scheint auf den ersten Blick sehr nett und engagiert,
er ist nur teilweise etwas schlecht zu verstehen.
Am Flughafen hatte ich dann noch ein kleines
Negativerlebnis, und das nur weil ich den Reiseführer nicht aufmerksam genug
gelesen habe. Wir haben direkt Geld getauscht, aber meine zwei
Hundertdollarnoten haben die nicht angenommen, weil die zu alt sind und kleine
Flecken haben! Tja, das stand wohl überall, habe ich aber irgendwie nicht zur
Kenntnis genommen. Meine 50er haben sie genommen, aber mit 300 Dollar werde ich
hier nicht weit kommen. Da muss ich gleich mal mit dem So sprechen. Die
Busfahrt dauert aufgrund des Verkehrs eine Dreiviertelstunde. Zum `Glück ist
heute Sonntag, sonst wären wir wahrscheinlich jetzt noch nicht im Hotel. Der
erste Eindruuck von Yangoon ist während der Busfahrt, dass es doch schon etwas
ähnlich wie Südamerika oder Kuba ist. Überall sieht man kleine Stände am
Straßenrand, an denen alles mögliche Zeug verkauft wird. Dann gibt es einige
kleine, etwas schäbig anmutende Läden und Supermärkte, daneben dann ein
Geschäft mit Designerlampen. Seit einigen Jahren (1995) gibt es wieder
Rechtsverkehr, allerdings haben sämtliche Autos, egal ob alt oder neu, das
Lenkrad auf der rechten Seite. Das ist echt komisch. Am Hotel (Summit Parkview)
angekommen muss ich feststellen, dass ich Weihnachten einfach nicht entfliehen
kann: Vor dem Eingang steht eine große Kutsche mit dem Weihnachtsmann in
Lebensgröße und zwei Rentieren davor; in der Halle ein riesiger bunt
geschmückter Weihnachtsbaum und auf dem Rasen große Krippenfiguren.
Wir haben etwas über eine Stunde um uns frisch zu machen, um
14:45 Uhr treffen wir uns dann schon wieder um das Nationalmuseum zu besichtigen. Abgesehen davon, dass wir
alle fast im Stehen umfallen, ist das für mich das hässlichste Museum ever,
auch wenn einige Sachen bestimmt ganz interessant sind. Ich bin aber durch. Nach
dem Museumsbesuch „rasen“ wir durch den Stau zum Scott-Market, wo wir eine
Stunde frei herumlaufen dürfen. Hier wird alles mögliche, von Stoffen über
Schmuck und Holzwaren bis zu Früchten alles angeboten. Hier löst sich dann auch mein
Bargeldproblem, denn auf dem Schwarzmarkt werden meine Scheine – zwar zu einem
etwas schlechteren Kurs – ohne weiteres genommen. Nachdem wir alle noch von dem frittierten
Gemüse probieren, weil uns der Magen inzwischen bis zu den Füßen hängt, machen
wir noch einen Abstecher nach Chinatown. Hier herrscht ein unglaubliches
Treiben. Es werden in einer Ecke Fleisch und Fisch und Innereien angeboten,
alles an normalen Ständen, maximal gekühlt durch Eiswürfel. An einer anderen
Straße gibt es Früchte, die ich mein Leben noch nie gesehen habe (wir probieren
eine „Jackfruit“. Die Autos hupen um die Wette und die Einheimischen treffen
sich zum Abendessen. Inzwischen könnte ich alles essen, wobei das meiste auch
echt lecker ausschaut. Wir fahren dann aber mit dem Bus zu einer Garküche, die
So uns empfiehlt und dort bekommen wir für ganz kleines Geld ganz großes Essen.
Echt lecker! Gegen 21.30 Uhr sind wir dann auf dem Zimmer und freuen uns auf den wohlverdienten Schlaf.
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